Zum Thema "Grippe"

Wie ist die aktuelle Situation?

Für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut während der Influenzasaison wöchentlich auf seinen Internetseiten einen Bericht und bei Bedarf aktuelle Situationseinschätzungen oder Veröffentlichungen im Epidemiologischen Bulletin. Über die europäische und weltweite Situation berichtet das Europäische Zentrum für Infektionsschutz und Prävention (ECDC) in Wochenberichten. Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht regelmäßig Updates zum weltweiten Influenza-Geschehen.

Stand: 12.01.2011

Wie wird sich die Grippesaison 2014/2015 entwickeln?

Der Verlauf einer Grippewelle lässt sich nicht vorhersagen. Zum Beispiel variiert auch die Zahl der (im nachhinein geschätzten) Todesfälle in den einzelnen Saisons sehr stark.(siehe auch die Frage „Wie werden Todesfälle durch Influenza erfasst?“). Innerhalb eines Winters werden auch auf der Nordhalbkugel oft Unterschiede beobachtet.

Stand: 12.01.2011

Wie wird die Grippe-Aktivität in Deutschland erfasst?

Zum einen müssen Laboratorien (gemäß den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes, IfSG) Influenzavirus-Nachweise an die zuständigen Gesundheitsämter melden, die sie über die Landesbehörden an das Robert Koch-Institut übermitteln. Natürlich werden dabei nur Erkrankungsfälle erfasst, bei denen rechtzeitig Probenmaterial zur Bestätigung der Diagnose entnommen und zur Untersuchung an ein Labor eingeschickt wurden. Aber aus den von den Gesundheitsämtern (zusätzlich) erhobenen Informationen kann man trotzdem wichtige Informationen gewinnen, etwa über den Anteil der Erkrankten mit Lungenentzündung (Pneumonie), eine zeitgerechte Therapie oder den Anteil von Erkrankten mit chronischen Grunderkrankungen. Auch für die Beurteilung der zeitlichen Entwicklung können die Meldedaten wichtig sein.

Die durch das Meldesystem erhobenen Daten sind nicht ausreichend, um die Krankheitslast auf Bevölkerungsebene zu bestimmen. Dafür werden die Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) genutzt. Die AGI ist ein Netzwerk von 800 bis 1000 Ärzten, die dem Robert Koch-Institut alle akuten Atemwegserkrankungen (akute respiratorische Erkrankungen, ARE, dazu zählen Rachenentzündungen, Lungenentzündungen und Bronchitis) mitteilen, außerdem die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Arbeitsunfähigkeiten (oder Pflegebedürftigkeit) aufgrund einer solchen Diagnose. Die Häufigkeit der Atemwegserkrankungen sind, zusammen mit den Informationen aus der virologischen Überwachung (siehe unten) und den Meldedaten ein guter Marker für die Influenzaaktivität. Die ARE-Daten werden auch als sogenannte Konsultationsinzidenz dargestellt, das ist die geschätzte Zahl der ARE-Patienten in Arztpraxen pro 100.000 Einwohner.

Das Nationale Referenzzentrum für Influenza nimmt im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Influenza die Aufgabe der virologischen Surveillance wahr, etwa 150 Arztpraxen senden dem Referenzzentrum Rachenabstriche von Patienten mit Influenzasymptomen. Der Anteil der Proben, in denen Influenzaviren nachgewiesen werden (die sogenannte Positivenrate) ist eine wichtige Information auch für Ärzte, weil sie darstellt, wie zuverlässig eine Diagnose anhand von klinischen Symptomen ist (zum Höhepunkt einer Influenzawelle liegt die Positivenrate bei mehr als 50 Prozent). Andere Laboratorien, insbesondere die Laboratorien der Landesstellen, tragen durch Erkennung und Isolierung von Viren ebenfalls zur Identifizierung und Charakterisierung der zirkulierenden pandemischen Influenzaviren bei.

Für die Einschätzung der Situation werden alle Datenquellen zusammen bewertet und wöchentlich (zwischen den Influenzasaisons monatlich) sowie am Ende jeder Influenzasaison auf der RKI-Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza veröffentlicht. Die Gesamtzahl der in einer Saison über das erwartete Maß hinausgehenden Arztbesuche aufgrund einer akuten Atemwegserkrankung wird nach jeder Saison geschätzt. Diese Gesamtzahl entspricht vermutlich in etwa der Zahl der arztpflichtigen Influenza-Erkrankungen der entsprechenden Saison

Stand: 05.11.2010